Mein "Purpose" oder warum ich an H2 glaube
Indem ich Unternehmen, die bei der Energiewende eine führende
Rolle spielen,
mit hochmotivierten Experten die Lücken in ihren Reihen
fülle,
trage ich meinen Teil zu einer klimafreundlichen Zukunft bei.
Darum bin ich davon überzeugt, dass die Elektro-Chemie, und insbesondere der Wasserstoff, auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Gesellschaft eine Schlüsselrolle hat:
In Deutschland wurden in 2025 knapp 300 TWh Strom verbraucht,
und davon werden ca. 60% aus erneuerbarer Energie, also
klimaverträglich, erzeugt.
Nach Angaben des BDEW (Bundesverband der Energie- und
Wasserwirtschaft e.V.) in Berlin betrug der Anteil des Stroms
am Gesamtenergieverbrauch des Landes in 2025 aber nur ca. 20 –
22%. Über75% unseres Energiebedearfs decken wir im Land immer
noch mit Kohlenwasserstoffen, die letztendlich auch für unseren
viel zu hohen CO2-Ausstoß verantwortlich sind. Von diesen
Energiequellen in Form von Kohlenstoff-Molekülen, wie Kohle, Öl
und Erdgas, importieren wir fast alles.
Um 100% klimaneutral zu werden, muss die Energiewende alle
diese Moleküle durch Energie aus erneuerbaren oder
klimaneutralen Quellen ersetzen. Damit haben wir noch die
größten Veränderungen unser Infrastruktur vor uns.
Sehr optimistische Prognosen gehen davon aus, dass wir im Jahr
2025 nur noch 1/3 unseres Energiebedarfs importieren müssen,
andere Prognosen rechnen mit einem Import-Anteil von 50% und
mehr, auch weil unser Stromverbrauch durch KI erheblich steigt.
Wir werden also auch in Zukunft in jedem Fall einen sehr großen
Anteil an unserer Energie importieren müssen. Der Import von
Energie über weite Distanz und auch die langfristige
Speicherung von Energie funktioniert nur in Form von Molekülen,
und nicht allein mit Elektronen!

Das ist wie mit der Milch und dem Käse. Um Käse herzustellen, braucht es viel Aufwand, aber Käse lässt sich viel besser und länger lagern, ist einfacher zu transportieren und für viele Gerichte braucht man ihn auch. Und genau so ist das mit dem Strom und dem Wasserstoff. Mit Elektro-Chemie, z.B. REODX-Batterien, lässt sich Strom auch lagern, aber das macht nur für wenige Stunden, oder Tage Sinn. Ganz klar, hier muss man alles tun, um den bei uns erzeugten optimal zu nutzen. Um jedoch das ganze Jahr die Energieversorgung abzusichern - also auch über Monaten der Dunkelflaute - und für die Import-Energiemenge an Energie geht der Weg immer zum Wasserstoff oder über dessen Derivate, wie NH3 oder andere PtX. Daraus folgt, dass es keinen Weg vorbei am Aufbau einer großen Wasserstoff-Infrastruktur gibt.
Es geht heute daher auch nicht primär um Wirkungsgrade, also die Effizienz, sondern um die Effektivität, also wie diese Veränderung pragmatisch umgesetzt werden kann. So verursacht die Stahlverhüttung heute noch mehr CO2 als der Schwerlastfernverkehr, der lt. Umweltbundesamt auch schon 8 – 10% des Gesamtenergieverbrauchs von Deutschland ausmacht. Aber die Nutzung von H2 als Treibstoff für den Fernverkehrt ist schon ab einem Preis von 6-7€/kg wirtschaftlich. Um Eisen mit H2 klimaschonend bei uns zu verhütten, und dabei international wirtschaftlich zu sein, sei ein Preis von nur 2€/kg nötig. Solch ein niedriger Preis wird erst möglich sein, wenn der H2-markt im großen Stil läuft und riesige Mengen an H2 aus Übersee oder fernen Standorten in Europa zu uns kommt.
Meiner Meinung nach hatte Jules Verne mit seiner Vorhersage vor über 150 Jahren recht, dass Wasserstoff der Energieträger der Zukunft ist !
Je schneller wir die Energiewende umsetzen, desto besser.
😊

